Sunday, April 09, 2006

London return

Diese Woche hat sich irgendwie etwas die Langeweile breit gemacht. Ferien, was soll ich mit sowas anfangen? Keine Klausuren in sicht. Hausarbeiten könnte ich schreiben, aber ich bin mit meinen 62% und 64% in den ersten beiden zufrieden und werde mir die Arbeit sparen die Note zu verbessern. Wen kümmerst ob ich nun eine 2,7 oder eine 2,0 in britischer Geschichte habe? Ich studiere Maschienenbau. Und Referate? Eins am 4.Mai...wird schon.
Wie gesagt, nichts zu tun also mußten Pläne gemacht werden. Da ich in London noch so einiges Museen offen habe und Nationalexpress gerade wieder ein paar Funfare anbot haben haben Florian und ich beschlossen der Hauptstadt des Empires mal wieder einen Besuch abzustatten.

Es sollte ein harter Tag werden. 6.45 Uhr ging unser Bus. Ich hatte gehofft schlafen zu können, aber das ging leider nur eine Stunde, bis Swindon, wo der Bus plötzlich von Leuten geflutet wurde. Also habe ich zum ersten Mal die Busfahrt nach London aktiv mitbekommen. Keine wirkliche Freude. Auf britische Autobahnen sind ungefähr so spannend wie unsere. Aber egal. Irgendwann waren wir schließlich da. Nach meinen Erfahrungen des letzten Males haben wir natürlich nicht versuch die Stadt zu erlaufen sondern haben uns direkt in die U-Bahn begeben. Als erstes Ziel hatten wir Tate Modern. Ich war zwar schon da, aber beim letzten mal hatte ich in den 3 Stunden nur den Ostflügel geschafft und mußte mir jetzt nochmal den Rest anschauen. Die Ausstellung ist einfach zu gut. Florian war da nicht ganz meiner Meinung. Ich stand immer noch vor meinem 5. Bild als er andeutete mit dem Westflügel fertig zu sein. Kunstbanause, kann sich einfach nicht in die tiefere Bedeutung des Lobsterphones reindenken. Dieses unglaubliche Dali Kunstobjekt, beim dem der Hörer eines normalen Telephones durch einen Hummer ersetzt worden ist. Ich hingegen habe bestimmt 5 Minuten mit der Analyse zugebracht.
Und es hat wirklich geholfen. Nun weiß ich, dass mein Kunstverständnis einfach nicht groß genug ist manche Dinge zu verstehen. So ein Schwachsinn, was will man mit sowas ausdrücken? Trotzdem, ich bleibe dabei, die Bilder sind einmalig.
Nach weiteren 30 Minuten kam dann die Andeutung fertig zu sein. Ich konnte noch 30 Minuten raushandeln und war froh beim letzten mal alleine gereist zu sein. Nicht, dass Flo ein unangenehmer Reisbegleiter ist, ganz im Gegenteil, aber manche Dinge muß mal wohl lieber alleine machen. Nach Ablauf des Ultimatums konnte ich ihn dann nicht finden und hatte so doch genügend Zeit alles zu sehen. Irgendwann ist mit dann in den Sinn gekommen wo ich ihn findne könne. Es gibt einen Raum in dem Filme gezeigt wurden. Das war dann wohl auch eher seine Sache... nun mußte ich warten. That's life.
Als nächstes stand sein Wunsch auf dem Programm, das Science Museum. Auch für mich keine wirklich Strafe. Eine wirklich große Ausstelung von Flugzeugen, Autos und Weltraumgerät sollte uns erwarten. Hat sich echt gelohnt, auch wenn manche Ausstellungstücke etwas deprimierend waren. Im Fenster für Coputer für gestern lag z.B. ein Gameboy, die liebe meiner Jugend und eine Packung Windows 3.11! Ganz nebenbei mußte ich dann auch noch mitbekommen wie ein kleine Junge auf einen Nintendo 64 zeige und fragte: "Was ist das denn Papa?" Die Antwort war: "Das eine Playstation von früher." Bin ich alt oder was?
Um alles etwas zu relativieren sind wir anschließend ins Victoria und Albert museum (V&A) gegangen. Doch auch da holte es uns wieder ein. Bei design von gestern lag plötzlich meine schöne alte rote "Schlangenlampe". Wenn sie nicht kaputt gegangen wäre würde sie heute noch mein Zimmer zieren. Eine Schande! Und für sowas geht man nun in so ein Traditionsmuseeum. Glücklicherweise gabe es noch Ausstellung aus wirklich vergangen Zeiten. Und nicht nur eine, das Museum schien kein Ende zu nehmen. Wenn man mal wirklcih viel zu viel Zeit hat ist das bestimmt ein echter Tip. Wir jedoch waren ziemlich am Ende unserer Zeit angekommen und mußten uns langsam zurück zur Busstation machen.
Wieder busfahren, aber dieses mal war es wenigstens Lustig. Zum einen hatten wir NXTV also Fernsehen an Bord, was für mich, der ja weiter ohne Fernseher lebt, ein wirklicher Genuß war. Zum anderen war die Hupe kaputt, was alle sehr witzig fanden. Die ging in unregelmäßigen Abständen an und aus. So kam es vor, dass wir in London in der Rush hour steckten und der Bus konstant am Hupen war. Ich glaube der Fahrer fand das gar nicht witzig. Die anderen Verkehrteilnehmer kommentierten das alles auch nur mit einem wilden Hupen. Ich glaube die fanden das auch nicht so witzig. Die Passanten schienen eigentlich auch etwas genervt. Auch unsere Mitreisenden konnten es glaube ich nicht leiden.
Wenn ich genau drüber nachdenke waren Flo und ich vielleicht die einzigen die es witzig fanden. Naja egal, wir hatten Spaß.
Gegen 9 Uhr waren wir dann wieder in Bath und konnten Bilanz ziehen:
6 Stunden Busfahrt
1 Stunde U-Bahn
6 Stunden Museum
Effizient war das nicht, aber wir waren zufrieden und müde.

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