Wednesday, April 05, 2006

Ich bin zurückgekehrt

Aus den Cotswolds sind wir (Reinhold, Flo und ich) nun schon wieder ein paar Tage zurück. Es war ein wunderschöner Weg. In England gibt es Fernwanderwege, die das ganze Land durchziehen und davon soll der Cotswolds Way eines der Highlights sein.
Angefangen haben wir in Bath und sind den ersten Tag ca. 12km gelaufen, nicht sonderlich viel da wir erst sehr spät losgekommen sind, aber schon genug um eine schöne Stelle für unser Zelt zu finden. Das darf man zwar eigentlich nicht irgendwo hinstellen, aber was soll schon passieren? In dem Tal in dem wir waren konnte, man egal in welche Richtung man geschaut hat, kein Haus sehen. Das war schon mal ein richtig schöner Anfang. Einen kleinen Fehler hatten wir jedoch beim Aufbauen unseres Zeltes gemacht, den wir die nacht noch bereuen sollten. Durch die schräge des Hanges haben wir uns die ganze Nacht bergabwärts bewegt, so dass wir ständig in einer Ecke aufgewacht sind. - Typischer Anfängerfehler.
Am nächsten morgen mußten wir dann feststellen, dass unser einsames Fleckchen wohl doch nicht so einsam war. Ganz kurz nach dem Aufbruch sind wir nämlich von einer aufgeregten Horde Jäger gestoppt worden. Wir waren wohl gerade in eine Treibjagd geraten. Ein ziemlich gutes Argument seinen weg etwas anders als geplant fortzusetzen.
Das war jedoch manchmal garnicht so ein fach, denn die Regenfälle der letzten Tage und der Nacht haben das Land ganz schön aufgeweicht, so dass wir teilweise ganz schön im Matsch gelandet sind. Für Reinhold und mich mit dicken Stiefel ging das noch, aber Flo hatte nur Turnschuhe an. Das man das nicht macht war ihm vorher aus bewußt, aber er wollte nun mal unbedingt mitkommen. Ging ja auch meißtens und wenn es mal ganz zu arg wurde kam ihm sein Gewicht zu gute, dann konnte ich ihn einfach durch den Sumpf tragen.
Mit dem Wetter hatten wir sonst aber echt glück, entgegen der Ankündigung hat es denke ich pro Tag nicht mehr als 2 Stunden geregnet. Das ist zwar immer noch etwas unangenehm, aber wenn man Regenkleidung dabei hat gut auszuhalten. Und als es einmal richtig schlimm war sind wir gerade zufällig an einer offenen Scheune vorbeigekommen in der wir abwarten konnten bis alles vorbei war.
Am Abend dieses Tages hat es dann aber Trotzdem gereicht und wir waren echt froh in unsere warmen Schlafsäcke kriechen zu können. Die relativ schlechte Nacht vom Vortag hatte Florian scheinbar gereicht und er hat beschlossen dieses Mal wenigstens Ohrenstöpsel zu benutzten. Darauf angesprochen gab er eine sehr schlüssige Erklärung ab: "In life you alsway have two choices. I can wear theses earplugs or I can get up tomorrow morning and kill the fucking birds. It is pretty much the same as it is with flatmates. When Chris smashes his door I can wear earplugs or I kick his face! Quite obivious isn't it?" Ja, war es... nette Französische Art zu sagen ich soll meine Tür etwas leiser zu machen.
Da Flo sich im Lauf des ersten Tages Blasen gelaufen hatte und auch recht starke Schmerzen in den Knien hatte haben wir dann jedoch beschlossen den Trip nicht wie geplant bis zum ende (unser Ende, der Cotswold Way dauert normalerweise 9 Tage) fortzusetzen sondern zu einer nahegelegenen Bahnstation zu laufen. Eine wirklich gute Entscheidung denn das Wetter ist am Sonntag etwas umgeschlagen und ist in konstantem Nieselregen verharrt. Da wir zusätzlich noch den "guten" Cotswolds Way verlassen und auf kleinere Pfade ausweichen mußten hatten wir zusätzlich mit noch mit viel schlechteren Wegverhältnissen zu kämpfen. So dass wir am ende des Tage alles froh waren wieder zu Hause zu sein uns unsere Sachen waschen und trocknen zu können. Eine Erfahrung, die einige Unangenehmlichkeiten mitsichbrachte aber im Gegenzug einem auch so viel mehr der schönen britischen Landschaftzeigte, dass glaube ich jeder von uns diesen Ausflug wieder machen würde. So haben wir Dinge gesehen, die mit dem Auto entweder nicht zu erreichen oder nicht aufgefallen wären.

1 Comments:

Anonymous Anonymous said...

Moin Christoph,

hoert sich ja nach einem gelungenen Ausflug an. Mit den Jaegern muss man ja immer ein bisschen vorsichtig sein... habe gehoert ein amerikanisches Reigierungsmitglied schiesst da schon einmal den eigenen Kollegen ueber den Haufen... wahrscheinlich hatte der versehentlich in die Lockpfeife geblasen und das hat dann anstatt den Enten das Schrott angelockt... Naja, jetzt Mal im Ernst - wenn die auf einer Treibjagd waren, sind da dann ja nicht zu Pferde gekommen, oder?

Ich war sonst die Spring Break ueber in Washington D.C. und Florida und muss mich jetzt erst einmal wieder an das kalte Wetter im Norden gewoehnen... bin wirklich in die falsche Gegend gezogen - in Miami gab es schon einmal einen anstaendigen Sonnenbrandt :) und auch nachts lief die Klimaanlage...

Gruesse aus den Staaten,
Tim

10:23 PM  

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