Sunday, March 05, 2006

Ein langer Tag

Auf Grund einer sehr Essay und Präsentationsreichen Großunilage mußte ich dieses Wochenende leider meine Reisen etwas reduzieren und auf einen Tagesausflug beschränken. Unser Ziel für heute: Die Gegend um Birmingham.
Da die Entfernungen zu nicht erforschten Gegenden langsam etwas größer werden und Nord-Südverbindungen recht schwer mit Öffis zu realisieren sind habe ich beschlossen mal mit meinem Auto zu fahren. Da an solchen Touren immer ein reges Interresse besteht war es kein Problem 4 Leute zu finden, mit denen man sich die Spritkosten teilen kann. (Bei den heute gefahrenen 460km und knappen 1,40€ Pro Liter keine schlechte Sache.)
Meine Mitfahren waren Reinhold und Ben, zwei Deutsche, die ich schon eine Weile kenne, Volker, jemand der zu Besuch bei Reinhold ist und Olympia, eine Griechin, die in einer möglichen Beziehung zu Ben steht.
Abfahrt war um 8, so dass wir uns recht bald auf einer, Gott sei dank, lehren Autobahn richtung Norden befunden haben. Da erste Ziel war ein National Trust Landschaftsschutzgebiet, das eine dramatische Aussicht auf die Umliegenden Counties versprochen hat. Dramatisch war da eigentlich nur, dass es nichts zu sehen gab, aus einer paar Hügel, auf denen jemand jeden Baum abgeholzt hat. Schon cool, fährst de 180 km um so rein garnichts zu sehen.
Naja, zu feier des Tages bin ich dann erstmal auf der rechten Straßenseite weitergefahren. Hätte nicht gedacht, dass mir das nach über 2000 Linkskilometern in denen mir nur ein Fehler am 2. Tag unterlaufen ist noch mal passieren könnte. Wirklich brenzlig ist es gott sei dank nicht geworden, das ich mit einem Aufmunternden Hupen und einem freundlichen Winken mit dem Mittelfinger sehr schnell auf meinen Fehler aufmerksam gemacht worden bin.
Rolf Zuckowski hat in einem seiner Kinderlieder gesungen: "Wo kein Gehweg ist, da geh ich links, da kommen die Autos mir entgegen." Laßt euch das sagen Kinder, wirklich erstrebend sind entgegenkommende Autos NICHT!
Wie gesagt, nichts passiert und so ging es dann mit wieder deutlich gestärkter Konzentration weiter richtung Ludlow. Ein kleiner, malerischer Ort mit einem antiken Markt (auf dem es zwar nichts altes gab, dafür aber was zu essen) und eine Ruine von einem Schloß. Dieser Besuch hat sich schon deutlich mehr gelohnt als der erste.
Im anschluß sind wir zum Croft Castle gefahren, einem weiteren National Trust Highlight. Dieses mal aber ein richtiges. Das Ding war echt total klasse. Ein super schöner, mehrer Kilometer durchmessender Garten, ein sehr altes, aber immer wieder modernisiertes Schloß und ganz viele "Aufpasser", die einem Geschichten über diesen Ort erzählen konnten. Es ist echt unglaublich, wie lange manche Britischen Familien ihre Stammbäume in die vergangenheit zurückverfolgen können. Die Uhrahnen von einem der Herren Croft, der heute noch ein Apartment in diesem Anwesen besitzt hat sich schon vor ca. 850 Jahren auf diesem Boden geprügelt. Ein andere, deutlich bedeutenderer Ahne war nicht viel friedfertiger, hat dann jedoch im War of Roses bedauerlicherweise aufs falsche Pferd gesetzt und ist dann nicht so bedeutend geworden wie ich es hier gerne verkaufen würde.

Interressiert warscheinlich eh keinem wer sich hier mit wem wann und überhaupt, deswegen mal weiter im Tag. Ich habe in einer Zeitung einen Artikel über die 10 besten Fish and Ships Buden Englands gefunden und die Nummer 8, die gleichzeitig den Guinnes Weltrekord für die größte jemals gemacht Tüte Fritten (385 kg) hält, lag auf unserem Rückweg in den schönen Stadt Herford. Mr. Chips, eine wahre Institution unter den Frittenbuden. Eine Qualität sondergleichen, das erste mal, dass ich es fast geschafft hätte eine ganze Portion des britische Nationalgerichtes ohne das Aufkommen von Übelkeit zu bewältigen. Tische oder so gab es leider nicht, deswegen haben wir uns an den alten Grundsatz gehalten "do it as the locals" und uns vor die gegenüberliegende Baptistenkirche gesetzt. Hatte schon Stiel, futtern mit Gottes beistand.
Als wir gegen 10.30 Uhr dann zurückwaren hatte in Olympias Haus gerade eine Party angefangen, so dass ich "leider" noch nicht schlafen gehen konnte. Zu meiner großen Freund durfte ich feststellen, dass meine Spanishkenntnisse trotz längerer Pause, nach einem Gläschen Wein, als mehr als ausreichend zu bezeichnen sind. Ich habe selten jemanden so lachen gehört nachdem ich gesagt habe, dass ich gerne Fisch esse.

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