Monday, March 27, 2006

Couchsurferin

Ich hatte letzte Woche mal wieder Besuch von einem Couchsurfer, bzw. in diesem Fall von einer Couchsurferin. Bisher gibt es bei dieser Website eine wunderbare Kontinuität, schlechte Erfahrungen habe ich einfach nicht gemacht.
Auch wenn ich sagen muß ich war mir am Anfang nicht völlig sicher, ob wir gut miteinander klarkommen würden. Melanie, so war ihr Name, kam nämlich aus den Vereinigten Staaten von Amerika. Das alleine kann, wenn man es provoziert, natürlich schon für Diskussionstoff sorgen. Muß und sollte es jedoch nicht. Da sie jedoch aus dem Bundesstaat Utah kommt und auch der dort vorherschenden Glaubensgemeinschaft angehört habe ich während unserer ersten Unterhaltungen jedoch schon gedacht, dass ich bestimmte Themen lieber aussparen sollte.

So weit die Vorteile. Das schöne an Couchsurfing ist jedoch, dass man diese in der Regel recht schnell bei Seite legt und feststellt das das meißte Quatsch ist. Melanie selbst hatte an den ganzen Konventionen zwar lange Jahre lang rege Teil genommen und ist natürlich auch davon beeinflußt, hat aber wie es mir scheint eine starke Wendung genommen. Zum entsetzen ihrer Eltern und Familie hat sie nämlich mit 21 beschlossen nach Tailand zu gehen um dort English zu unterrichten - der anfang einer kleinen Rebellion. Wie das so ist wenn man längere Zeit im Ausland ist hat sie dort anscheinend einige neue Ideen bekommen und auch einiges in Frage gestellt was sie bisher gemacht hat.
Das geschah aber anscheinen nicht plötzlich, denn nach ihrer Rückkehr ging das Leben zu hause ersteinmal normal weiter. Bis... ungefähr vor einem halben Jahr, da hat sie ihre Job gekündig, ihre Verlobung aufgelöst und beschlossen ein halbes Jahr durch die Welt zu reisen. Krasser Schritt! Und praktisch der erste Fußabdruck landete dann prompt bei mir...
...eine gute Wahl würde ich sagen, ich bin selten mit jemandem auf Anhieb so gut klargekommen. Da sie immernoch ihren Jetlag hatte und so garnicht müde wurde haben wir uns stundenlang unterhalten, lecker gekocht (zusammen mit dem Kanadier Fred), es hat einfach gepasst. Am liebsten hätte ich einen Zettel an die Küchentür gehängt und gesagt: "Wir haben ein neue Mitbewohnerin gefunden, Marion du kannst gehen!"

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