Wednesday, November 30, 2005

Schneemeal

Gestern Abend wurde ich von Caroline förmlich auch meinem Zimmer getrommelt "Komm Christoph, schnell, RIESEN Schneeflocken! Laß uns den ersten Schnee probieren!"

Der erste Schnee war es zwar nicht wirklich, aber zumindest der erste den man kommen gesehen hat. Also sind wir vor dem Haus auf und abgelaufen und haben den "Schnee probiert". Das war seit einiger Zeit das erst mal, dass Caroline wieder richtig glücklich gewirkt hat. Feels like home - das scheint das einzige zu sein woran sie noch denken kann. Sehr schade, am Anfang wirkte sie so glücklich hier zu sein und jetzt scheint sie ihre Entscheidung nur noch zu bereuen.

Tuesday, November 29, 2005

Big bum

Mal wieder Zeit ein neues Wort einzuführen, das man relativ sicher nicht in der Schule gelernt hat bum. Dieses Wort findet erstaunlich häufig seinen einsatz, um anscheinend deutlich rüdere Worte zu umgehen. In einem sehr ähnlichen Zusammenhang wird auch der Ausdruck pear-shaped gebraucht, dessen Bedeutung sich mit Hife der Leo Übersetzung, der britischen Essgewohnheiten und dem darauf folgenden Effekt auf die (überwiegend weibliche) Form leicht ergründen lassen sollte.
So viel zur Einleitung, der eigentliche Grund meines Eintrages ist ein anderer, wenn auch mehr oder weniger direkt verknüpfter. Heute morgen habe ich im Bus in der "Metro", einer Zeitung mit einem Niveau zwischen Bildzeitung und bedrucktem Klopapier, einen einen Bericht über Probleme mit Impfungen in England gelesen. Die Überschrift lautete "Is your bum too big for the jabs?". Dieser Artikel beschäftigte sich mit der durchauch ernstzunehmenden und nicht zu unterschätzenden Frage, ob die für Impfungen bevorzugte Rückseite britischer Frauen zu groß für Impfungen sei. Durch eine zunehmende Fettschicht sei es Britischen Medizienern nicht mehr möglich den Impfstoff ausreichend tief in den Gesäßmuskel zu injezieren, so das bei einer mehrheit der Frauen in England die Impfdosis nicht mehr ausreicht um einen ausreichenden Schutz zu gewährleisten. Es herrsche Einigkeit, dass etwas gegen diesen Misstand getan werden müsse.
Einen Lösung für das Problem glaubt man auch schon gefunden zu haben: Längere Nadeln

Sunday, November 27, 2005

Wicked

Ladies and Gentleman, hiermit begrüße ich sie zum Newsticker meines bisher abgefahrensten Abends in Bath:

1543: SMS von einem fast Briten, "Wir wollen weggehen, was machst du?"

1549: Ich will eigentlich zu hause bleiben, aber socializing geht vor, "Klar ich bin dabei."

1614: Noch ne SMS von einem Fast Briten, "Treffen uns um 21:30 im Revolution"

2125: Yuki beschließt mitzukommen, für einen Drink

2130: Wir kommen zu spät.

2145: Wir sind da, die anderen sind noch später.

2146: Szeniger Laden, proppen voll, arsch teuer, Musik ist gut - wenn man's mag.

2211: Anruf des fast Briten, "Sind fast da."

2216: Sind da.

2226: Nett truppe, könnte ein Lustiger Abend werden.

2242: Yuki beschließ nach Hause zu gehen, Musik ist nur gut wenn man's mag.

2243: Die Truppe des fast Briten will in einen Club gehen, ich nicht, muß mal vernünftig sein

2244: Wäre fast mit einem fast Briten unterwegs gewesen

2249: Bin vor Yuki zu Hause

2253: Yuki kommt nach Hause, "Bath sucks, do you want to go to Bristol?"

2254: Ihrer Aussage nach werde ich die Musik nicht mögen und irgendwo, wie sie auch, auf dem Fußboden schlafen müssen - klingt vielversprechend.

2255: Sie meint es ernst, "Hey, der Zug geht in 5 Minuten kommst du mit?"

2255: OK, ich bin dabei.

2256: Rennen zum Bahnhof

2301: Wir haben Tickets und sitzem im Zug - was mache ich hier?

2315: Ankunft Bristol, wir brauchen ein Taxi zum Treffpunk mit einer Freundin

2328: Keiner am Treffpunkt, na das kann was werden.

2340: Doch da, alle liegen sich in den Armen, auch wenn ich keinen kenne, das wird was!

2341: Ich stelle vor, Penny = Freundin von Yuki, Eric = Norweger, Alex = hat ne Wohnung in Bristol, noch ein paar weiter...

2342: Taxi zum Club Casablanca - böse Erinnerungen werden wach.

2343: Taxifahrer glaubt wir wollen ihn veralbern, er ist aus Marokko.

2352: Taxifahrer hat uns beschissen, aber mit 6 Leuten sind 7 Pfund dann auch nicht zu viel.

2353: Entering Casablanca, Musik des heutigen Abends RnB, was immer das ist.

2354: Erstern Eindruck, ranziger Club, komische Musik, aber irgendwie witzig und live.

2356: Was ist das für Musik? Leichte Jazzelemente, hammerharter schneller Bass, Didjeridu und einer singt bum da be be de didi yea boom im weniger als 2 Sekunden Zyklus.

2357: Wie tanzt man dazu? Mal schauen was die anderen machen.

2358: Ok, Körper schnell auf und ab, vorwärts und rückwärts bewegen, restliche Gliedmaße der Bewegung folgen lassen.

0012: Sehr witzig.

0043: Mal bisschen unterhalten, sind ganz nette Leute in der Gruppe dabei.

0044: Habe den Gärtner des Victorian Garden in Bath kennengelern, am Mittwoch bekomme ich ein Führung.

0058: Weiter tanzen.

0112: Zeit sich Klopapier in die Ohren zu stopfen, Yuki scheint das selbe zu machen.

0113: Uncool, aber Gesundheit geht vor.

0134: Tanzen, natürlich.

0146: Ich werde angepogt, von einer 1,60 Britin, na warte, auf sowas kann ich ja garnicht.

0148: Es entwickelt sich ein "Gespräch".

0149: Was mach ich, was machst du?

0152: Alles super? Klaro! Sie arbeitet bei Sainsburys, meint das sei zwar etwas rubbish aber ansonsten sei alles geil.

0155: Eine 1,60 Sainsbury Briten (er)drück mich, gibt mir einen feuchten Kuss und fängt wieder an zu tanzen. Irgendwie surreal.

0203: Warum gibt es auf dem Klo eigentlich Seife, wenn sie keiner benutzt? Ich gebe jedenfalls niemandem heute Abend mehr die Hand.

0223: Tanzen, was sonst.

0242: Eric erzählt was von Drogen, viele Dank, kein Interresse, leicht feuchte Aussprache.

0243: Erik will was deutscher Politik wissen, er würde SPD wählen, deutlich feuchter werdende Aussprache.

0244: Deutsche Politik ist gott sie dank nicht so spannend.

0248: Tanzen...

0310: Es stellt jemand seinen Drink in der Pissrinne ab, andere Länder andere Sitten.

0312: Erste Ausfallerscheinungen, Penny fängt an am Rand zu dösen, Tanzen.

0352: Der Rausschmiß, irgendwann ist auch ohne Sperrstunde genug.

0401: Warum gibt es hier keine Dönerbuden?

0411: Wir sind bei Alex um uns ein Taxi zu Penny zu bestellen.

0412: Penny ist vorher eingeschlafen.

0413: Ich auch.

0429: Wieder wach, Yuki hat mir eine Decke geholt, sehr nett.

0433: Snowboardvideos, Eric meint Alex würde nur gerne cool sein, es aber nie machen, Alex meint Eric sei ein Spinner

0434: Angedeutete Schlägerei, Penny wird wach.

0441: Wir bleiben wo wir sind.

0512: Erics Telephon klingelt, seine Frau will ihn zu Hause sehen, aber pronto.

05xx: Endlich schlafen, ich habe ein Sofa abbekommen.

0922: Aufwachen, hübsche Wohnung, hat man gestern garnicht gesehen.

0930: Yuki und ich machen zum Dank den Abwasch der letzten Woche.

1045: Verabschiedung, dankeschön, bis bald.

1115: Frühstück in einer Bäckerei.

1135: Railcard kaufen, damit man in Zukunft billiger fahren kann.

1145: Ticket gekauft, bald geht der Zug zurück.

1200: Perfekt, wieder im Zug.

1212: Das geht ja wunderbar schnell, schon in Bath.

1230: Zeit zum schlafen.


Vielen Dank für ihre Geduld, ich hoffe sie bekommen keinen falschen Eindruck, das wird sich sobald wohl nicht wiederholen, war es aber wert gemacht zu haben!

Übrigends, heute ist der 1. Advent - Zeit besinnlich zu werden.

Saturday, November 26, 2005

Funky Guppy

Flo und ich sind gerade von einem denkwürdigen Abend zurückgekommen. Mal wieder Funky Guppy, eine Art weiterentwickelte Schuldisco. Einerseits ziemlich ätzend, weil sie einfach keinen vernüftigen DJ anstellen, andereseits sehr witzig, weil man innerhalb von 3 Stunden beobachten kann wie sich britische Teens von einem für briten normalen Zustand in einen Zustand der völligen umnachtung befördern.
Zum anderen ist es sehr lehrreich zu beobachten wie sich unsere spanischen Miterasmusler verhalten. Der große "treue", den ich el gallo getauft habe scheint doch nicht so recht mit den britischen Mädels zurechtzukommen. Es ist natürlich auch schwer zu verstehen, dass Mädchen es nicht gerne haben, wenn man erst sie, dann ihre Freundin anmacht und anschließend versucht eine andere zu küssen. La viva espana.
Das eigentliche Highlight des Abends war jedoch die Rückfahrt mit dem Bus. Auf der haben wir nämlich Rachel kennengelern. Rachel ist heute nach 20 Jahr alt geworden und schien von der neuen Situation etwas überfordert zu sein. Sie war auf einmal der Meinung mit 20 müsse mal bald Babys bekommen. Leider fehlt ihr dazu momentan der richtige Mann. Allerdings ist neutlich John neben ihr eingezogen, der wundersamerweise wie Jos, aussieht, der wiederum ihr ex-boyfriend ist. Das muß sowas wie Vorbestimmung sein. Das ganze hat sie im Bus Mark erzählt, der wiederum sie nicht kannte, 25 war, uns ein Video von seinem Baby gezeigt hat, die ganze Geschichte eigentlich auch nicht verstanden hatte und auf einemal meinte ob ich wohl John wäre. Was ich natürlich nicht bin und was Rachel auch sehr liebenswürdig verneint hat. No, that's not John, John is good looking he's not. Ich wollte mich ja eigentlich für dieses nette Kompliment bedanken, doch in dem Moment hat Thomas, jemand von dem eigentlich nichts weiter bekannt ist, angefangen sich seines Currys vor die Rückbank des Busses zu entledigen. Eine sehr unschöne Szene, die er sich vielleicht hätte ersparen können, wenn er die Putenstücke vor dem Schlucken zerkaut hätte. So war die Konsistenz des Essen allerdings noch schön abzuschätzen. Rachel hat ihre Strafe dann auch sehr bald bekommen, da sich der entstehenden Geruch anscheinend nicht sonderlich mit ihrem momentanen Alkoholpegel vertrug und sie auf einmal mehr mit sich zu tun hatte als mit John, Jos, Mark und nebenbei natürlich auch mir.

Friday, November 25, 2005

It snows down auf's Bad

Heute morgen war Bath von einer dünnen weißen Schichte bedeckt. Ein wirklich hübscher Anblick, hätte nich gedacht, dass ich das in meiner Zeit hier zu sehen bekommen würde. Liegen bleiben tut natürlich nichts, dafür ist es tagsüber einfach noch zu warm. Eigentlich sollte an dieser Stelle ein Photo sein, das Bath in seiner ganzen Weihnachtlichen Schönheit zeigt, aber nachdem wir gestern nach dem Mountaineering social wieder im "schlechtesten Club von Bath", dem T's gelandet sind war mir heute morgen um 7 noch nicht nach Photo schießen und als ich dann aufgestanden bin waren leider nur noch Reste übrig. Aber vielleicht haben wir ja Glück und es gibt zum Wochenende nochmal Nachschlag.

Thursday, November 24, 2005

Knurring stomach

Nachdem ich mit meinem 3000 Wort Essay über "Bremssysteme in..." gute Fortschritte gemacht habe und auch gesundheitlich wieder auf der Höhe bin habe ich beschlossen wieder ein bisschen das ERASMUS Leben zu genießen. Hier gibt es jeden Mittwoch abend im O'Nealls die "spanish night", was praktisch die Ausstausstudentenparty der Woche ist. Genau dort waren wir dann gestern auch mit 5 Leuten. War wirklich nett, nur auf den Rausschmeißer Song "Last Christmas" hätte ich verzichten können.
Da ich erst gegen 3 Uhr im Bett war habe ich es heute morgen um 7.20 natürlich verfluch weggewesen zu sein. Aber ich habe es geschafft pünktlich in der Fortschrittlichen Regelungstechnik Vorlesung zu sitzen. Dort ging der Kampf dann allerdings richtig Los, zum einen mußte ich versuchen nach möglichkeit beide Augen offen zu lassen, zum anderen hatte mein Magen anscheinend beschlossen mir zu sagen was er von dem Tequilla am Vortag und dem mittlerweile ungewohnten, deutschen Doseschwarzbrot am morgen hält. Am anfang habe ich ja noch versucht das grummeln durch geräuschverursachende Nebentätigkeiten zu überdecken. Als es jedoch zu einem lauten Brummen wurde sah ich mich gezwungen einen Strategiewechsel zu fahren und zu versuchen so zu tun als könnte es von jemand anders kommen. Half alles nichts, das Brummen wurde zu einem wütendenen Fauchen und am ende der Vorlesung wußte glaube ich jeder wer nach der Vorlesung ein 2. Frühstück und eine Mütze schlafe haben würde.
Aber ich habe ja die totsichere, allgemeingültige und unumstößliche Entschuldigung:
"Entschuldigen sie, ich bin eine Austauschstudent."

Wednesday, November 23, 2005

Ick glob ick mach det falsche

Ich habe es ja schon immer geahnt. Eben gerade konnte ich auf meiner Lieblingsnachrichten- seite ein paar Fragen beantworte und sie haben mir anschließend gesagt was ich studieren soll. Wirklich, so ein blöder Test. Ich hoffe, dass sich nicht ein Studienanfänger darauf verlässt!

Monday, November 21, 2005

Countdown

In unserer WG herrscht momentan eine etwas merkwürdige Stimmung. Coroline, eine meiner Mitbewohnerinnen, hat anscheinend versucht einen guten Weg zu finden ihr Heimweh zu bekämpfen. Das ist ihr jedoch in meinen Augen alles andere als gelungen. Sie spricht mit keinem mehr als ein paar Worte, in denen sie nur sagt wie genial sie ist, geht nicht mehr weg, isst immer in ihrem Zimmer und sagt jeden morgen wenn sie in die Küche kommt wieviele Tage sie noch in Bath bleiben muß.
Ich selbst habe mich am anfang noch sehr bemüht sie aufzubauen, habe das jetzt aber eingestellt. Es ist schade, dass sie sich innerhalb von ein paar Wochen so gewandelt hat, aber ich habe das Gefühl nichts daran ändern zu können. Jemanden der eine negative Stimmung verbreitet kann ich jedenfalls momentan nicht brauchen!
Mal abwarten wie es so weiter geht, heute morgen hieß es jedenfalls:
Noch 29 Tage.

Saturday, November 19, 2005

Text message

Florian hat eine SMS bekommen, die ihn ziemlich verwirrt hat. In der Hoffnung, dass ich ihm helfen könne hat er sie mir gezeigt. Ich konnte ihm dann zumindest sagen, dass sie nicht für ihn war, der genauere Sinn blieb mir jedoch auch verwährt:

Meagen its kt on tashs fne got no cred. nah sori i dnt kno wot it is. im nt at hme at da mo bt wen i get hme il check 4u thou x kt.

Yuki hat es netterweise für uns übersetzt. Wer Lust hat kann ja einen Kommentar hinterlassen und versuchen es herauszufinden. Dort wird es dann auch irgendwann die Auflösung geben.

Friday, November 18, 2005

Friseur

Gestern war es mal wieder so weit, wech mit die Haare! Nach einigem Suchen habe ich eine Friseur gefunden, der einen Haarschnitt für einen normalen Preis angeboten hat. Während man in der Stadt für einen Herrenhaarschnitt durchschnittlich umgerechnet 37,50 € bezahlen muß habe ich on Campus einen für 12€ gefunden. Logisch, dass der Service dem Preis angepasst ist. Ich konnte beobachten, wie der Haarschnitt bei meinem Vorgänger verlief. Er hat sich hingesetzt, sagte 3 4, sie nahm den Rasierer, setzte einmal ab um den Aufsatz zu wechseln und ruck zuck sah er aus wie ein Engländer.
Nach ca. 5 Minuten war ich dann, etwas verängstigt, an der Reihe. Sie sagte "Which numbers?" Und ich antworte "Schere bitte!" Etwas verwirrt hörte hat sie sich dann angehört was ich gerne für eine Frisur hätte und schien nicht so ganz zu wissen was ich wollte - was natürlich auch an meiner Beschreibung gelegen haben könnte. Also habe ich ihr ein paar Passbilder gezeigt, worauf sie meinte: "Ach so, 4 an der Seite, Schere oben!"
Sie schien also zu wissen was ich wollte. Da ich beim Haare schneiden immer meine Brille abnehmen muß wurde es dann für ein paar Minuten richtig spannend. Als dann, mit dem Aufsetzen der Brille, der Nebel wieder verschwand war ich wirklcih positiv überrascht. Es ist fast so geworden wir ich es mir vorgestellt habe.
Zur Verabschiedung hat sie dann ihren Beautytip noch mal wiederholt: "Für das nächste mal einfach merken, 4 Seite, Schere oben!"

Thursday, November 17, 2005

Laptop update

Bei der Aufklärung des Falles hat sich meines Wissens nach nicht viel getan, aber wie die Uni damit umgeht bleibt weiter bemerkenswert.
Damit meinen beiden Mitbewohnerinnen im Vergleich zu ihren Kommilitonen kein Nachteil entsteht hat ihnen die Uni bis sie einen Ersatz für ihre Laptops habe Computer gestellt. Das bedeutet dann wohl auch, dass die Uni wirklich die Verantwortung für den Vorfall übernehmen wird.

Wednesday, November 16, 2005

Banditen im Palasthotel

Gestern sind auf meiner Etage 2 Laptops gestohlen worden. Erst dachten wir, es sei jemand durch ein offenenes Fenster gekommen, als jedoch auch bei meiner 2. Mitbewohnerin der Computer gefehlt hat und sowohl Fenster auch als Tür ge- bzw. verschlossen waren wurde die Sache etwas "mysteriös".

Wir haben natürlich gleich die Hausverwaltung informiert, die den Universitätssicherheitsdienst und die Polizei dazugerufen hatten. Außerdem wurde uns praktisch sofort ein Verdacht mitgeteilt. Und zwar ist zwischen 15.00 Uhr und 15.30 jemand gekommen, der unsere Fenster (also eigentlich auch meines) reparieren sollte. Und deswegen eine Keycard und einen Masterschlüssel für unser Stockwerk bekommen hatte. Die Polizei hat sich dann die Kameraüberwachung angeschaut und das "Schlüssellogbuch" überprüft. Beides hat den Verdacht bestätigt. Der Verdächtigte hat ganze 8 Minuten gebraucht um sich den Schlüssel auszuleihen, dafür zu unterschreiben, die Fenster "zu reparieren" und den Schlüssel wieder abzugeben - ziemlich schnell. Außerdem zeigt die Überwachungskamera, dass seine weite Jacke beim Verlassen des Gebäudes deutlich stärker ausgebeult war ein beim betreten.

Zwei Sachen sind dabei bemerkenswert, erstens waren Marion und ich während das alles passiert ist in der Küche und haben gekocht, so dass unsere Räume in der Zeit unverschlossen waren, bei uns aber nichts fehlt und wir auch nichts mitbekommen haben.
Zweitens, dass es sich bei dem Verdächtigen um einen Universitätsangestellten handelt, der als Drogensüchtiger bekannt ist und trotzdem ohne zu Zögern einen Masterschlüssel bekommt und alleine auf unser Stockwerk gelassen wird.

Insgesamt ein sehr unschöner Vorgang, allerdings muß man sagen, dass die Polzei sehr schnell da war und sehr nett mit dem Problem umgegangen ist. Und, das muß man auch sagen, dass "nachdem das Kind in den Brunnen gefallen war" wurde auch von Uni Seite hervorragend reagiert worden ist. Zum einen ist es sehr wahrscheinlich, dass die Uni für den Schaden aufkommen wird, zum anderen wurden noch gestern Abend die Professoren der Beiden informiert und gebeten ihnen bei ihren Hausarbeiten noch etwas aufschub zu gewähren.

Rund um die Uhr

Na, das passt ja perfekt! Genau in dem Jahr in dem ich in England bin wird hier die Sperrstundenregelung aufgehoben! Und nicht irgendwann, sondern bereit in der Nacht zum Mittwoch, also heute.
Glaubst du nicht? Guckst du hier:
Tagesschau.de

Monday, November 14, 2005

Haggis

Es wurde eigentlich schon lange mal Zeit, das ich dem Typen einen Eintrag widme. Wie Caroline so nett gesagt hat, "er gehört zu den unangenehmsten Erfahrungen die ich in diesem Land gemacht habe, unglücklicherweise kommt er aus meinem". Aus meinem ist diesem Fall eher aus ihrem, also Kanada. Sie bestreitet jedoch gleichzeitig, dass es wirklich ihr Land ist, da er aus Toronto kommt und sie glücklicherweise aus Montreal. Gut, lassen wir diese kleinlichen Streitereien lieber in auf der anderen Seite des großen Teiches und kümmern uns lieber um die Idioten auf dieser Seite.
Also, um wen geht es eigentlich? Der Typ heißt Angis und ist bedauerlichweise ein Freund meines Mitbewohners Phil. Vom ihm abgesehen hat er sich in in unserer WG jedoch nicht viele Freunde gemacht und da ich mir seinem Namen erst nicht merken konnte, mir Haggis jedoch geläufig war haben die anderen diesen Spitznamen übernommen. Ich finde eine Bezeichnung für "Essen im Schaafsdarm" passt eh viel besser zu ihm. Warum ich (und die meißten anderen) ihn nicht mögen ist nicht genau an einer Sache festzumachen. Es ist halt ziemlich laut, ziemlich cool, kennt jeden, kennt alles, weiß nach 2 Wochen in Bath wo alle coolen Plätze sind und rennt immer wie ein Lackaffe durch die gegend. Gut, vielleicht nur Nebensächlichkeiten. Also, machen wir weiter. Er ist immer mega schleimig nett zu jedem wenn er mit ihm spricht und sobald er sich umdreht ist der jenige vergessen und ziemlich uncool. Etwas sehr wechselhaft der gute Haggis. Irgenwie erinnert er mich an jemandem den ich in Braunschweig kennengelernt habe, sogar das aussehen mit den gekrausten Haaren, der Sonnenbrille die er häufig lässig in diesen Trägt und dem Poloshirt passt erstaunlich gut. Wie war doch gleich sein Name....hmmm...ma...naja, wir wollen nicht so lange an alten Zeiten kleben bleiben. Haggis kann ich jedenfalls nicht aussstehen und er hat gerade mit einem riesen Roastbeef unsere Kücher gekapert um allen zu zeigen wie geil er gekocht hat. Womit er dummerweise auch noch recht gehabt hat, es sah wirklich verdammt gut aus.

Sunday, November 13, 2005

Samstag gehört Papi mir!

Wer erinnert sich nicht an diesen legendären Gewerkschaftssloagan? Von denen die das hier lesen wahrscheinlich so gut wie niemand, da die Kampagne für den Arbeitsfreien Samstag bereits in den 50iger Jahren stattgefunden hat. Lang lang ist's her und wie haben sich die Zeiten geändert. Mittlerweile ist es es wieder völlig normal am Wochenende zu arbeiten. Zumindest wenn man zu der am härtesten arbeitenden Bevölkerungsschicht gehört. Rööööchtig, den Studenten.
Und so habe ich, zusammen mit meinem französischen Mitbewohner die letzten beiden Tage überwiegen in der Bibliothek verbracht. Wir haben uns einen schönen Tisch am Fenster, im 4. Stock bei den Sprach- und Biowissenschaften gesucht um etwas von der ganzen liegen gebliebenen Arbeit zu erledigen. Dort oben ist die Aussicht einfach viel schöner als unten bei den Ing. Wissenschaften. Wo hat man sonst beim Arbeiten so einen schönen Ausblick auf die englische Hüggellandschaft?

Auf diese Weise hatte dieses ansonsten etwas maue Wochenende doch etwas gutes, ich bin nur noch ca. 2 Wochen in dem Stoff in Fluid Power hinterher, was ich denke ich in den nächsten Wochen aufholen sollte und auch in meinem "Group Project" bin ich einigermaßen vorwärts gekommen. Zumindest der Plan für mein Essay steht und der Anfang ist gemacht. So richtig glücklich bin ich mit meinem Thema zwar nicht, aber ich werde mich bestimmt nicht für eine völlig verkorkste Gruppenarbeit und eine für mich ziemlich unbedeutende Note unnötig aufopfern. Das Ziel weswegen ich mit dem Project angefangen habe, nämlich mit aufgeschlossenen, englischen Studenten spaß an einer Gruppenarbeit zu haben ist eh schon verfehlt.
Aber ich bin nicht der einzige, der diese Erfahrungen macht, auch Caroline und Florian sind alles anders als zufrieden mit dem Verlauf ihrer Gruppenarbeiten. Auch bei ihnen scheint es darauf hinauszulaufen, dass sie den größten Teil der arbeit alleine machen. Ich frage mich, ob die Ausstausstudenten einfach etwas falsch machen, oder ob die britischen Studenten wirklich so faul und unkoordiniert sind wie sie scheinen. Phil, einer meiner Mitbewohner, sagt jedenfalls, dass er seine Gruppenarbeit sehr genossen hat. Kein Wunder, er war wohl der einzige Engländer in einer Erasmusgruppe. Wenn das bei ihm genauso lief wie bei uns hat er wirklcih eine für ihn sehr angenehme Gruppenarbeit gehabt.

Sei es wie es ist, heute habe ich unseren Unisonntag mit einem anständigen McD Meal abgeschlossen und anschließend mit Amy Sleepers geschaut. Nicht ganz so ein gute Laune Film, aber echt sehenswert. Dank an Karsten, es hat mir sehr geholfen das Buch gelesen zu haben, sonst wäre ich zwischendurch glaube ich mal ganz schön verloren gewesen.

Saturday, November 12, 2005

Partyverpasser

Heute hatte der 5. Stock wieder eine Party angesetzt, die 2. seit dem Einzug ins Carpenter House. Da es beim letzten mal etwas schleppend anlief und es erst gegen Mitternacht wirklich voll wurde sind wir dieses mal erst gegen 11 Uhr runter gegangen. Das schien jedoch nicht die beste Entscheidung zu sein. Als wir, zu dieser "fortgeschrittenen Stunde", bereits leicht angeheitert durch die WG Tür polterten kamen mußten wir feststellen, das das Licht an, die Musik aus und wir die einzigen mit Getränken in der der Hand waren. In der Küche war gerade eine Chinesin am wischen, die uns ziemlich entgeistert angeschaut hat und meinte "Die Palty ist volbei."
Schöner mist, what happened?
Die erklärung kam beim verlassen der WG gerade die Treppe hochgestürmt, ein ziemlich aufgeregter Residenttutor (älterer Student mit etwas überschätzten Kompetenzen und sehr ausgeprägtem Selbstbewusstsein - wir nennen sie Sheepface) die uns wütend angefahren hat, dass es keine Partys mehr gebe, weil Partys nicht erlaubt sind und weil es so laut ist und weil alles kaputt geht und weil das auch alles in den Regularien steht. Sie störe das ja überhauptnicht, aber so sei es nun mal. Es war also ziemlich offensichtlich wer die Party auf dem Gewissen hatte.

Da werden sie geholfen

Manchmal könnte man das Gefühl bekommen britische Studenten sind etwas unreif oder vielleicht unselbstständig, unwissend oder doch nur zu vorsichtig um alles richtig zu machen?
Unsere Uni gibt sich jedenfalls die größte mühe ihnen mit allerlei Ratschlägen, Hilfestellungen und Anweisungen den weg in die Selbstständigkeit so leicht wie möglich zu machen. Ich habe einfach mal eine Reihe von Hinweiszetteln gesammelt, die so bei uns in der WG angebracht worden sind.
Wie man sieht wird dazu geraten die Mülltonne nicht voller zu machen als es das sehr großzügig bemessene Volumen zulässt. Ok, für in der Regel eher bequeme Studenten vielleicht eine bitte, die man noch verstehen kann.

Kommen wir also zum nächsten Punkt. Wenn die Mülltonne voll ist könnte man ja auf die Idee kommen sein restliches Essen aus Gründen der Platzersparniss im Waschbecken zu entsorgen. Hat unbestreitbar Vorteile, soll jedoch nach Erkenntniss der Hausverwaltung dazu führen, dass die Rohre verstopfen, also lieber lassen.

Jetzt zu den Hinweisen, die das eigene Leib und Leben schützen sollen. Wenn man den Warmwasser Hahn aufdreht kommt heißes Wasser aus der Leitung. Also vorsicht, es könnte weh tun. Gut, unser Wasser ist wirklich heiß, aber hätte man diesen Hinweis nicht vielleicht vor unserem Einzug vor 8 Wochen anbringen sollen und nicht erst gestern?

Ok, jetzt mein absoluter Liebling! Bitte spülen sie nach der Benutzung der Toilette und verwenden sie, wenn notwendig eine Klobürste!

Friday, November 11, 2005

Was ist das schlimmste, was passieren kann?

Mit genau dieser Frage bin ich beim Mittagessen konfrontiert worden als ich zu meinem obligatorischen Single Cheese Burger meine DrPepper Cola geöffnet habe.
Ein Aufruf an alle Werbegestalter, Marketingleute, was auch immer. Das ist ein scheiß Spruch, egal was für ein Produkt man in den Markt einführen will! Selbst wenn man es nur klein auf das Etikett druck, wie in diesem Fall. Denn die Antwort liegt auf der Hand, das schlimmste was einem passieren kann ist eine DrPepper Cola ohne Zucker!
Zero added sugar, horrible taste!

Thursday, November 10, 2005

One day in the library

Da in letzter Zeit etwas mit der Arbeit die ich zu tun hatte ins Hintertreffen geraten bin und Donnerstag immer eine überlage Pause von 11 - 16 Uhr habe bin ich heute mal in der Uni geblieben und haben diesen schönen Tag, mit kaum Regen und nur wenig Nebel in der Bibliothek verbracht.
Damit es nicht ganz so langweilig war hatte ich mich mit Florian, einem meiner Mitbewohner verabredet, der allerdings nur bis Mittag geblieben ist, da er dann wieder an einem der 1000 Workshops teilnehmen wollte, für die uns täglich Angebote erreichen. Teilweise sind wirklich sinnvolle Sachen dabei, das Problem ist meißtens nur, dass von einem erwartet wird an einer ganzen Workshopreihe teilzunehmen, wofür mir schlicht die Zeit fehlt. Wenn ich alles annehmen würde was mir angeboten wird, bräuchte ich keine Vorlesungen mehr belegen.
So habe ich den Nachmittag dann alleine mit meinen Fluidpower Tutorials verbracht. Nicht sonderlich spannend, aber es tat not. Jede woche gibt es ein neues Aufgabenblatt und ich benötige ungefähr 2-3 Stunden um eins zu bearbeiten. Bei diesem Dozenten belege ich noch eine Vorlesung, was eigentlich eine gute Entscheidung war, weil er sehr gut organisiert ist und ein sehr schönes Oxford English redet, so dass man ihn gut verstehen kann. Andererseits bekommt man so viele "Übungsmöglichkeiten", dass man praktisch nicht mithalten kann.
Wirklich schön an der Bibliothek ist, dass sie ziemlich groß ist und man praktisch immer einen netten Platz zum arbeiten findet, egal wann man kommt. Etwas nervig ist jedoch, dass viele Mitbenutzer anscheinend nicht begreifen können, dass Quiet Study Area bedeutet, dass man sich ruhig verhalten sollte. Ständig klingelnde Handys, Musik aus I-Pod Kopfhörern, die so laut ist, dass man das gefühl hat sie dröhnt aus dem Mund wieder raus tragen leider nicht dazu bei, dass man konzentriert arbeiten kann. Trotzdem ist es deutlich netter in der Bib zu arbeiten als sich in seinem Zimmer einzuschließen.

Neuer Dozent

Guten Tag...ich...meine Name ist. Ich bin der jenige, der... diese Vorlesung... lesen wird. ... Das ist doch "Advanced Control Systems"... oder?... ok, sind jetzt alle... da?... Gut, ich habe... so zusagen... zwei Vorlesungen... jetzt. Deswegen wäre es gut... haben sie Zeit am... zum Beispiel... vielleicht... mir würde Freitag morgen gut... passen. Ok, vielleicht können wir Donnerstag eine... und Freitag noch eine... Stunde. ... Zwei sind immer so... ermüdent.
Gut... fangen wir an. Also, ich glaube... ist es ok, wenn ich erst mal die... Vorlesungsunterlagen... also, sie können sie sich hier... nehmen. Ich glaube es sind... es müßte jeder eine... bekommen. Gut, also fangen wir an... ich glaube ich muß erst mal... die Tafel. ... Ok, jetzt kann es los gehen. ... ich bin manchmal etwas... also meine Vorlesung ist manchmal etwas... unstrukturiert. ... Ich halte mich manchmal nicht so an... ich improvisiere gerne.... Aber wir sind ja nur eine kleine... nur wenig Leute in unserer... Klasse.
Also, fangen wir an. ... ich zeichne mal einen Kasten,...
...
(erst scheint die Zeit stehen zu bleiben, doch dann ist es doch irgendwann 20 minuten später, ich überlege ob ich auf Toilette gehe wärend er versucht seinen Satz zu beenden, doch das hält man hier für unfreundlich)
...
ok, ich glaube... die Tafel... ist es ok, wenn ich hier mal... oder besser hier... wische?... Haben sie alles... verstanden?
...
(später)
...
Ok, das ist gerade alles etwas... unordentlich... ich bin mir garde... das könnte... glauben sie das ist richtig?
...
Ok, so müßte es... ich glaube es ist... richtig...
...
(ziemlich zum ende der Stunde)
...
Ok, jetzt habe ich gerade... etwas meine... Unterlagen... verlassen. Ich glaube... das ging... das müßte jetzt... falsch... ich glaube wir machen besser... nächste Woche... oder sie könne es ja mal... versuchen.

(Vielen Dank für die trotz der leichten Ausdrucksschweäche ganz ansprechenden Vorlesung. Wenn sie etwas schneller sprechen könnten bräuchten wir allerdings nur 60 statt 90 Minuten.)

Tuesday, November 08, 2005

Studiengebühren

Ich bin heute zufällig auf folgenden Artikel gestoßen:
Cherie träumt von alten Zeiten

Ich denke die Berechnungen und Aussagen des Artikels sind keinefalls übertrieben. Ich selbst habe mich mit einer Kommilitonin unterhalten, die ihr Studium auf Grund eines negativen "SCHUFA" und des deswegen verwährten Kredites beinahe nicht hätte fortsetzen können. Ich selbst möchte manchmal, wenn ich gefragt werde, am liebsten garnicht sagen was wir für unser Studium bezahlen.

Gruppenarbeit, mal wieder

Wir hatten gerade mal wieder ein sehr aufschlußreiches Treffen bezüglich unseres "Group Design Workshops" bei unserem betreuenden Professor.

Letzte Woche haben wir uns am Donnerstag getroffen (nur im Gruppenrahmen) und uns noch mal genauer mit den Regularien auseinandergesetzt. Bedauerlicherweise basiert 80% der Note der "Gruppenarbeit" auf einer individuellen Ausarbeitung, so dass wir beschlossen haben die Arbeit auch etwas individueller zu gestalten. Da die anderen glaube ich gar keine Lust haben mit irgendjemandem zusammen zu arbeiten kam ihnen das glaube ich ganz gelegen. Ich selbst brauche diese Veranstaltung glücklicherweise nicht, so dass ich beschlossen habe einfach an etwas zu arbeiten was mir gefällt und zu schauen was für mich dabei rauskommt.

Bei dem oben erwähten Treffen mit unserem Professer wurden wir dann jedoch wieder darauf hingewiesen, dass wir die Arbeit (im Gegensatz zu den von ihm rausgegebenen Regularien) möglichst gut aufteilen sollen und wir am Ende nur einen Artikel für alle haben, den alle abgeben. Wiedersprochen hat ihm dabei keiner, alle schienen bescheid zu wissen.
Auf die Frage ob denn alles gut laufen würde kam die einstimmige Antwort, dass alles bestens sei und wir große Fortschritte machen würden. - Ich habe mich meiner Stimme enthalten.
Kurz vor dem Ende der Veranstaltung wurde mir dann von den Anderen noch mitgeteilt, dass wir übrigens am Donnerstag am 10.30 Uhr wieder den ganzen Tag unterwegs seien um uns irgendeine Firma anzusschauen. - Besser hätte es mir gar nicht passen können, da ich an keinem anderen Tag die Chance habe so viele wichtige Vorlesungen auf einen Schlag zu verpassen. Was sie natürlich, obwohl ich ihnen für solche Fälle meinen Studenplan gemailt habe nicht wissen konnten.

Nach dem verlassen des Raumes und 30 wohl verdienten Sekunden des Wut kanalisierens mußte ich mich dann jedoch mal etwas sehr unbritisch aufregen. Das hatte zumindest den Effekt, dass sie nichts gesagt haben, als ich angekündigt habe am Donnerstag zu Hause zu bleiben und mir versprochen haben mich nach dem Besuch umfassend zu informieren. Desweiteren haben sie freiwillig 15 Minuten ihrer wichtigen Fitnesstudiozeit abgeknappst um unser weiteres Vorgehen zu besprechen. Das Ergebnis war deutlich mehr als ich erwartet habe:
Jeder macht weiter sein eigenes Kram, aber wir reden etwas mehr miteinander!

Recycling bin

Wir haben vor ungefähr 2 Wochen eine "Recycling Tonne" bekommen. Zuerst war mir gar nicht bewusst, dass es scheinbar doch ein funktionierendes Recyclingsystem in GB geben könnte, aber mit der Tonne ist auch die beschreibung gekommen, wo man die entsprechenden Container finden kann.
Von diesem Fortschritt begeister haben wir also alle angefangen begeistert zu recyclen. Diese Tonne hat jedoch einen entscheidenden Nachteil, sie wird, im Gegensatz zu der normalen Mülltonne nicht vom Housekeeper geleert, so dass sich das wertvolle, wiederzuverwertende Gut langsam, gletscherartig durch unsere Küche ausbreitet.

Eben gerade hat beim Frühstück der Housekeeper in die Küche geschaut und wie immer dezent britisch auf den Missstand hingewiesen: "Oh, do you need another bin?"

Monday, November 07, 2005

Freshers Flu

So, nach der etwas exzessiven Woche hat sich mein Körper dann doch mal geweigert weiter zu machen. Vielleicht ist das ganz gut um mich aus meiner "ich vergesse alles um mich rum" Stimmung zurück zu holen.
Toll ist es trotzdem nicht, in meinem Zimmer sind es, auch bei den mittlerweile recht herbstlichen Temperaturen außerhalb, noch immer Temperaturen über 25°c, was um gut schlafen zu können einfach zu warm ist. Jeder der mal im Sommer krank gewesen ist wird das vielleicht kennen, man liegt mit einer Erkältung im Bett und versuch sich instiktiv zu zudecken, aber gleichzeitig versucht man immer möglichst alle Arme und Beine außderhalb der Decke zu haben um sich nicht tot zu schwitzen.
Heute habe ich dann auch mal nach Medizin geschaut, um wenigstens etwas konzentriert arbeiten zu können. Das Angebot an "Drogen" ist wirklich umfassend, man bekommt Hustensaft gegen trockenen Hust, Husten aus dem Hals, Husten aus der tiefe der Brust, Husten der...ne, das ich eklig...man kann sich denken wo gegen. Ich habe mich dann für "Tickly Cough relief" entschieden, der nur 1 Pfund gekostet hat und wenigstens relativ lecker schmeckt. Bei den Inhaltsstoffen bin ich mir jedoch nicht so sicher, wenn ich es recht interpretiere steht da nur "Zuckersirup", wenn auch etwas schöner formuliert.
Mal schauen ob es trotzdem etwas bringt, ich werde mich erst mal weiter an mein Standartrezept halten und viel schlafen. Das mache ich ja eh gerne.

Sunday, November 06, 2005

Kletterwand

Nachdem sich ein zunehmend wachsendes Sportdefizit aufgebaut hatte und in der letzten Woche noch ein gewisser Frustrationslevel dazugekomme ist bin ich am Donnerstag zum "Mountaineering Social" gegangen. Dort habe ich dann versucht jemanden zu finden, der am Samstag lust hat mit Yuki und mir zum Klettern nach Bristol zu fahren. Ein wirkliches Problem war es nicht jemanden zu finden, da doch alle recht kletter begeistert sind. Die beiden die ich kennengelernt habe waren auch Deutsche, haben sich jedoch von sich aus mit mir auf Englisch unterhalten, was mir sehr entgegen kam, da ich mich ja mit aller Mühe bemühe nicht ständig die Sprach zu wechseln und auch bisher so gut wie keine Deutschen kennengelernt habe.
Da wir am Freitag abend auf einer Uniparty waren ist Yuki dann am nächsten Tag leider zu hause geblieben. Dafür ist aber noch eine weitere deutsche Austauschstudentin dazugekommen. Auch sie hat zugestimmt sich auf Englisch zu unterhalten. Muß schon ein lustiges Bild gewesen sein, wie sich 4 Deutsche die ganze Zeit beim Kletter auf englisch unterhalten, 2 davon noch mit einem sächsichen Akzent.

Die Kletterwand in Bristol ist echt ganz lustig. Dort hat man sich anscheinend entschieden, dass die Kirche mal was für die Menschen tun muß. Will heißen man hat aus einem Gotteshaus fast alles religiöse rausgerissen und in die entstandene große Halle Kletterwände gebaut. Sehr cool, sollte man überall so machen. Die Routen waren dann von einer mittleren länge und zumindest bei denen, die für mich in frage kamen auch alle mit Top Rope gesichert. Zusätlich gab es noch ein paar Wände in der mitte der Halle, an denen man sich in regelmäßigen Abständen selbst sicher mußte. Allerdings waren da so anständig Vorsprünge etc. realisiert, dass ich mich da noch nicht rangewagt hatte. War vielleicht auch besser so, denn auch so spüre ich heute, am Tag danach, dass ich noch einiges an Training brauche.

Thursday, November 03, 2005

Meal Deal

Essen in GB kann wirklich ein Problem sein. Da mir heute Morgen leider aufgefallen ist, dass der Rest meines "German Style Rye Bread" statt dem bekannt ansprechenden Braun eine Weißlich grüne Farbe angenommen hatte blieb mir nichts anderes uebrig als auf "Long live" (Haltbare) Milch und Weatabix umzusteigen. Das ergebnis dieser war eine Art Haferschleim. Jedoch nicht weiss sondern eher trübe grau.
Mir war eh seit dem ersten Aufwachen übel, so dass die entscheidung Frühstück zu machen eher eine Vernunfts- als eine Bauchentscheidung war. Demenstprechend habe ich dann auch angefangen zu essen. Als ich nach dem 3 Löffel dann das Gefühl hatte alles wieder verlieren zu müssen wenn ich weiter essen würde habe ich beschlossen das Essen lieber einzustellen und mir so einen noch schlechteren Start in den Tag zu ersparen.
Nachdem ich heute Mittag dann jedoch wieder nicht zum essen gekommen bin machte sich gegen 14 Uhr jedoch schon ein leichtes Hunger gefühl breit, was mich dazu veranlaßt hat in den Student Union Shop zu gehen um nach etwas essbaren zu suchen. Dort fand ich es dann auch, mein Sandwich mit Salat, Tomaten, Schinken und nicht zu vergessen einem halben Liter Majo. Man könnte fast den Eindruck gewinnen es handele sich dabei um eine Veggi Gesundheitsbombe. Bei Kassieren wurde mir dann glücklicherweise mitgeteilt, dass es sich um ein Meal Deal Sandwich handelt, was bedeutet, dass ich für nur 30p mehr eine Cola und einen Mars Riegel bekommen kann. Mir erschien das als eine durchaus sinnvolle Sache.
Das die Entscheidung richtig war sollte sich dann auch bald bestätigen. Sobald ich mich nämlich auf einer Bank niedergelassen hatte und anfing zu essen machte sich wieder der mittlerweile wohl bekannte Würgereiz bemerkbar. Dieses mal jedoch aus einer etwas anderen Ursache als heute Morgen. Das Sandwich mit gebratenem, versalzenem Schinken, der Konsistenz von Diät Yoghurt und dem Anblick einer Grünmülltonne war einfach zu lecker um es zu essen und nicht sofort in die Tonne zu werfen. Erstaunlichweise sollte es sogar noch 5 Tage haltbar sein.
Glücklicherweise hatte ich ja noch mein Mars und meine Cola, so dass ich wenigstens ein par Calorien bekommen habe. Hat sich also echt gelohnt mein Meal Deal!

Tuesday, November 01, 2005

Halloween

Ich lebe noch! Es hat Caroline etwas Überzeugungsarbeit gekostet, aber letzendlich habe ich mich doch entschieden mit ihr zur Halloween Party in die Blue Rooms zu gehen.
Was braucht man alles für eine Halloween Party?
1. Eine Einladung, ohne die gibt es keinen Einlaß
2. Ein Kostüm
3. Gute Laune

Insgesamt 3 erstzunehmende Aufgaben. So wurden sie gelöst:
1. Caroline hat irgendwo eine E-Mailadresse aufgetrieben und unsere ganze WG angemeldet
2. Scheiß drauf
3. Gin Tonic

Wir haben uns also auf eher zweifelhafte weise auf den Abend eingestimmt... als es dann endlich losgehen sollte fing es, wen wundert es, endlich mal wieder an zu regnen. So haben wir also beschlossen vom Carpenterhouse in die Georgestreet zu rennen. Klatsch naß wurde uns dann auch glücklicherweise Einlaß gewährt. Die die Deko am Eingan auf Grund des Regens ihr schwarze Farbe verlor viel es auch kaum noch auf, dass ich nicht upgedresst war, die schwarzen Tropfen im Gesicht machten sich glaube ich ganz gut. Und im Club war eh nur die hälfte verkleidet. Ich glaube ich habe es ech besser getroffen als mache anderen. Bunny Ohren sind finde ich mittlerweile echt überholt, so sollte nicht mal das tussigste Mädchen mehr losgehen.
Irgenwie haben wie es geschafft und einen Platz auf einem Sofa zu sichern und uns eine Flasch des mega super 7,5 Pfund Sonderangebotsweines zu besorgen, so dass wir einen gemütlichen Einstand hatten. Danach noch ca. 2 Stunden tanzen und jetzt müde nach Hause.
Eben gerade durfte ich noch mal im Jogger duch's Haus rennen, da ein paar betrunkene Franzosen ihre Keycard verloren hatten und so lagen auf alle Klingeln gedrückt haben, bis ihnen jemand die Tür geöffnet hat. - Was dann ich war.
Ihre komische Verkleidung (grüne Schminke und Herzchenaufkleber im Gesicht) war sich ziemlich am Auflösen und meinen netten Gruß "see you tomorrow in fluid power" schienen sie auch nicht ganz zu verstehen. Aber wie es scheint habe ich mir neue Freunde gemacht.